Die Verwaltung wächst ohne jede Kontrolle

 

Als das Parlament seine Aufsichtsfunktion über den Stadtrat noch wahrnahm, musste auch der Stellenplan der Stadtverwaltung jeweils von den Gemeinderäten und Gemeinderätinnen genehmigt werden. Man erinnert sich noch gut an gelegentliche Debatten um die Aufstockung selbst einer einzigen Halbtagesstelle.

Man hat die Gemeindeordnung inzwischen überarbeitet und offensichtlich wird der Stellenplan dem Parlament nicht mehr zur Genehmigung unterbreitet. Und das hat Folgen, äusserst kostspielige Folgen für den Steuerzahler.

2006 wählte der Souverän den heutigen Stadtpräsidenten, der neuen Wind in die Bülacher Politik zu wehen versprach. Offensichtlich haben die Bürger nicht gefragt, aus welcher Richtung dieser Wind blasen sollte. Folgende Statistik gibt einen Einblick:

Bei Amtsantritt des aktuellen Stadtpräsidenten waren in der Verwaltung 178 Vollzeitstellen besetzt. Heute, mit Stand vom 30.8.2013, sind es deren 241. Das entspricht einer Zunahme der Vollzeitstellen um 63 Einheiten oder 35 %. Nach Auskunft des Stadtschreibers sind weitere Personalaufstockungen pendent: noch im Jahr 2013 sind 6 und 2014 zusätzliche 6 Vollzeitstellen geplant.
Also in zwei Amtsperioden total 75 neue Vollzeitstellen oder 42 % des Personalbestandes von 2007!

Die Begründung des Bevölkerungswachstums greift zu kurz, diese hat in dieser Vergleichsperiode nämlich nur um 18 % zugenommen. Neue Aufgaben , die vom Kanton an die Gemeinden delegiert wurden oder die von der Stadt Bülach für die Kreisgemeinden geleistet werden (zusätzlich seit 2007) sind marginal und rechtfertigen diese immense Personalaufstockung in keinster Art und Weise. Oekonomen sprechen da vom Einzug des Peters-Prinzips!

Kommt dazu, dass viele Arbeiten an auswärtige Beratungsbüros ausgelagert werden. Diese Riesenbelegschaft macht vieles nicht mehr selber sondern beauftragt fremde Dienstleister für die Besorgung der EDV, der Grundstücksteuer-Veranlagung, der städtebaulichen Beurteilung von Baugesuchen. Jedes Prospektchen, jeder Flyer wird von einem Werbebüro kreiert, selbst die Auswahl neuer Spielgeräte auf Kinderspielplätzen wird einem Ingenieurbüro für ein Riesenhonorar (rund 45‘000.-) übertragen, Juristen werden in grösserer Zahl honoriert, sogar die Fragenaufbereitung für eine Meinungsumfrage über die Bürger-Zufriedenheit wird nach Auswärts delegiert, usw. usw.

Die BSB wagen eine Aussage über die Auswirkungen auf die SteuerzahlerInnen. Die Personalkosten einer Vollzeitstelle inkl. Sozialleistungen, Suchinseraten, Arbeitsplatzeinrichtungen etc. schätzt die BSB auf durchschnittlich 120‘0000 Franken. Wahrscheinlich sind es eher mehr. Das ergibt bei 75 neuen Stellen die Summe von 9 Millionen Franken….jährlich !!

Die BSB fordert einen sofortigen Personalstopp und die Einsetzung einer PUK (Parlamentarische Untersuchungs-Kommission mit bezirksrätlicher Begleitung).

besetzte Vollzeitstellen20062007200820092010201120122013*
per 31.12.178184189200213223238241
davon Abt. Bildung2122233134364140
ohne Abt. Bildung157162166169179187197201
* = Stand 31.07.2013
Tabelle aus dem Rathaus

Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Andres Bührer:  „Haben Sie gewusst …?“

Zur Diskussion Wachsende Verwaltung ohne Kontrolle

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