Kommentar Lienhart Hanspeter

 

Sehr geehrter Herr Urech
Ihr Vorschlag wurde vor kurzem im Bülacher Parlament auch diskutiert. Das Postulat eines Parlamentariers forderte die Prüfung einer Verbindung von Ost nach West. Genau das haben wir geprüft. Ein solcher Tunnel würde rund 85 Millionen Franken kosten und müssten von den Bülacher Steuerzahler ganz alleine aufgebracht werden, weil der Kanton Zürich eine solche Idee – ich zitiere ihre Wortwahl – purer Schwachsinn findet! Das Parlament teilte diese Meinung und legte das Postulat als erledigt auf die Seite.
Beim Projekt Zentrumsdurchfahrt handelt es sich um ein Vorprojekt, zu welchem die Bevölkerung Stellung nehmen konnte.
Das Projekt soll jetzt – aufgrund der Stellungnahmen aus der Bevölkerung – bezüglich Parkplätze, Strassenraumgestaltung etc. überprüft werden. Im weiteren stellte ein unabhängiges Ingenieurbüro im Bericht auf das zitierte Postulat fest, dass das Gesamtverkehrskonzept der Stadt Bülach mit seinen 45 Massnahmen stimmig und richtig ist.

Antwort BSB, 10. Koktober 2013

Lieber Hanspeter Lienhard

Mit Deinem Kommentar zu einer Unterführung Ost-West können wir von der BSB einig gehen. Nur, der Postulant im Parlament hat unseres Wissens keinen Tunnel Ost-West verlangt sondern die Prüfung einer Verbindung Ost nach West. Viel sinnvoller als ein Tunnel ist eine Ueberführung im Bereich der Gleise. Da der Stadtrat im Verkehrskonzept schon eine solche Ueberführung ins Auge gefasst hat, leider lediglich als Fussgängerüberführung, würde der Ausbau auf eine befahrbare Ueberführung wohl nur geringfügige Mehrkosten verursachen und wenig Land verschleissen, hauptsächlich aber viele Verkehrsprobleme lösen helfen. Die Hartnäckigkeit, mit der der Stadtrat die Ueberlastung der Innenstadt wegen fehlender Ost-West-Verbindung am Leben erhalten will, ist unübertroffen. Besteht da eine Absicht des Stadtrates, die Bevölkerung mit den 85 Mio für eine Unterführung aufzuschrecken und die Ueberführung mit keinem einzigen Wort zu erwähnen?

Für die Beobachter-Stadt-Bülach, Bruno Wermelinger

Antwort Bührer Andres, 24. Oktober 2013

Sehr geehrter Herr Lienhart

Im Rahmen der Erstellung des GVK wurde ja zweifellos gute Arbeit geleistet, die Resultate der untersuchten Szenarien für die Verkehrsbewältigung sind nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung, dass in keimen der untersuchten Konzepte die Vorteile wirklich überwiegen, wäre ebenfalls gut belegt, insbesondere mit dem prognostizierten Verkehrswachstum. Jedoch ist das daraus gezogene Fazit sicher nicht richtig, denn als Beschluss geht daraus hervor, dass verkehrslenkende Massnahmen somit die Lösung sind. Dafür liefern die Daten im GVK aber nicht den geringsten Beleg, es ist schlicht eine Behauptung ohne Grundlage.

In den Grundsatzbeschlüssen des Gemeinderates vom 15. November 2010 steht:

“Die Strasseninfrastruktur ist so anzulegen, dass ein flüssiger Verkehr ohne Behinderungen möglich ist“.

Verkehrslenkende Massnahmen folgen diesem Grundsatz wohl kaum, und die publizierten Ideen, wie den diese Massnahmen aussehen könnten, stehen schlicht im Gegensatz dazu. Im GVK hätte man zum Fazit kommen müssen, dass weitere Konzepte zu erarbeiten und detailliert zu prüfen sind.

Bitte folgen Sie dem Willen der Volksvertreter und suchen nach einer Lösung für den Verkehr, nicht gegen den Verkehr.

Andres Bührer